Seit einigen Tagen besitze ich nun die FT80 von Polar. Als absolutes Flaggschiff hat diese Uhr einige Seiten, aber auch leider auch viele Schwächen, die zum Teil bedingt durch die Uhr selber oder durch den Online-Service “polarpersonaltrainer” hervorgerufen werden.


Fangen wir also an. Die Polar FT80 kommt in einem ordentlichen Karton daher. Darin war auch der G1 GPS Sensor beigepackt, den ich mir gleich für das Radfahren und Laufen zugelegt hatte. Allerdings erwarte ich bei so einer Uhr gleich von Anfang an etwas mehr. Die aufgebrachte Schutzfolie für das Display hält keine 5 Minuten in Benutzung aus und eine hochwertige Version dieser Schutzfolie ist auch nicht in Sicht. (Ich freue mich schon auf den ersten Kratzer im Display :-( , aber dazu später mehr). Geliefert wird die FT80 mit dem Flowlink-Sensor einem dicken Handbuch, dem Pulsgurt und dem Sensor. Der G1 GPS Sensor wurde ebenfalls mit Handbuch und ordentlich in einer Stofftasche verpackt beigelegt. Leider habe ich hier schon eine Halterung für das Fahrrad vermisst, da das Befestigungsband des GPS Sensors zwar für einen Arm reicht, aber viel zu lang für einen Fahrradrahmen ist.

Polar G1 GPS SensorErstes Einschalten, Initialisierung, Online-Service (polarpersonaltrainer.com)

Nun gut. Beim Einschalten der Pulsuhr sollte man sich nicht wundern. Es werden gleich mal alle persönlichen Daten wie Größe, Gewicht, Alter Geschlecht abgefragt. Hinzu kommen noch die üblichen Einstellungen wie die Zeit, und der Darstellung für Uhrzeit und Geschwindigkeit.
Es empfliehlt sich etwas Zeit zu nehmen, da die Initialisierung noch nicht vorrüber ist. Eine der Basiskennzahlen beim Training ist bei Polar der sogenannte Own Index. Dieser wird ermittelt, indem man den vorher leicht befeuchteten Pulsgurt anlegt und in Ruhestellung (optimal in liegender Position) einige Minuten sich ausruht. Wenn man dann das Gefühl hat ausgeruht zu sein, startet man unter Menü – Anwendungen – Fitness-Test. Dieser dauert ca 5 Minuten. Den daraus resultierenden Wert kann man im Handbuch in der entsprechenden Tabelle vergleichen und sieht sofort, wo man liegt. Mehr muss man hier im ersten Schritt nicht machen.
Polar Flowlink

Weiter geht es dann dazu sich auf der Polar-Seite zu registrieren. Die Installation der Software auf dem Rechner ist kinderleicht. Leider musste auch ich nach einigen Rückfragen der Blog-Leser feststellen, dass die Polar FT80 nicht mit dem Polar Pro Trainer 5 kompatibel ist. Nach der Installation und der Registrierung lohnt es dann schon das erste Mal die Uhr mit dem OnlineProfil zu syncronisieren. So spart man sich eine Menge Eingaben. Insgesamt ist die Seite schön übersichtlich aufgebaut. Man kann einiges damit anstellen, aber es gibt auch einige Dinge, die nicht so schön sind. Doch dazu später mehr. Verbunden wird die Polar FT80 einfach nach der Installation durch das Drauflegen auf den Flowlink™ Sensor.

Test des Polar FT80 beim Laufen und Radfahren

Nachdem ich mir den G1 GPS Sensor gekauft habe, habe ich natürlich auf den Footpod verzichtet. Allerdings stellt sich gleich heraus, dass der GPS Sensor fast 10 Minuten gebraucht hat, um sich einzuloggen und die erste Position zu bestimmen. Wenn man also dann schon losgelaufen ist, verwässert man damit die Ergebnisse am Ende, da die erste Zeit des Trainings zwar mit erhöhtem Puls registriert wird. Allerdings die Geschwindigkeit 0 beträgt. So senkt man natürlich die Durchschnittsgeschwindigkeit und am Ende die Gesamtleistung. Wie man dieses Problem umgehen kann, habe ich leider nocht nicht heraus gefunden.
Während des gesamten Trainings kann man dann immer sicher in welchem Bereich man trainert. Generell bietet die Polar Uhr eine schöne Ansicht, ob man schon im Maximalbereich trainiert, oder weiter darunter. Auch gibt es eine schöne Anzeige mit der Geschwindigkeit, doch hier stellt sich gleich die nächste Unschönheit vor. In der Ansicht mit der Geschwindigkeit wird der eigene Puls nicht mit angezeigt, so dass man diese für mich wichtigsten Kriterien nicht nebeneinander sieht. Gleichzeitig bieten andere Hersteller wie Garmin bereits die Möglichkeit das Trainingsergebnis auf einer topografischen Karte auszuwerten, so dass man auch sieht an welchen Anstiegen der Puls steigt, oder wo der Puls sinkt. All dies bietet Polar nicht an.
Sollte man aber diese Schwächen bzw diese zusätzlichen Features nicht benötigen ist die Polar FT80 hervorragend. Die Daten sind schnell erreichbar, die Uhr trägt sich sehr angenehm und der Sync läuft extrem schnell.

Test des Polar FT80 beim Fitnesstraining

Beim Fitnesstraining ist dazu zu sagen, dass die Polar FT80 wirklich schöne Funktionen hat. Man kann im Online-Profil sich Trainingsprogramme als Favourit abspeichern und diese auf die Pulsuhr übertragen. Unschön ist allerdings, dass keine Meldung kommt, dass der Trainingsplan auf die Uhr übertragen worden ist. Ich habe erst nach verzweifelter Suche und später nach Start des Fitnesstrainings gesehen, dass die Übungseinheiten übertragen worden sind. Schön ist auch, dass bereits eine Vorauswahl an Kraftübungen auf Polarpersonaltrainer.com angeboten werden. Man kann dort jederzeit eigene neue Übungen eingeben und die auf die Uhr übertragen.
Vorsicht: Jeder, der sich nicht selber einschätzen kann bzw. es sich nicht selber zutraut, macht die Eingaben mit einem echten Fitnesstrainer. Bei der Individualisierung der Übungen wird die Frage nach der sog. “1RM” gestellt. Das ist die Maximallast, die man bei einer Wiederholung schafft. Um diese Last allerdings heraus zu finden steigt die Verletzungsgefahr ziemlich!
Unschön ist aber auch, dass die Eingaben für den Übungsnamen später auf der Uhr nur bis zu einem bestimmten Zeichen angezeigt werden. Machen Sie demnach zwei ähnlich heißende Übungen, dann müssen Sie später raten, was gemeint ist.
Während dem Training misst die FT80 de Puls pro Satz und meldet dann, wenn der nächste Satz angegangen werden sollte. Damit verhindert man eine Abkühlung des Körpers und damit das Verletzungsrisiko und eine Überanstrengung des Körpers.

Weitere Erfahrungen mit dem FT80

  • Beim Nutzen der Funktion Wochenziel sollten Sie nach dem Trainingsplan vorgehen. Das Problem ist, dass falls Sie angenommen die ersten sechs Tage nicht trainieren, dann schindet Sie die Pulsuhr auf einem hohen Level bis Sie den Wochenplan erreicht haben. (Sie können natürlich auch abbrechen)
  • Sollten Sie Sportarten (wie Basketball, Ju-Jutsu, oder andere “Kontaktsportarten) betreiben, dann werden Sie ein Problem haben dort in Ihren Kalender Trainingszeit und vor allem die verbrannten Kalorien bzw. Leistungen einzutragen, da Sie während dem Training weder Pulsgurt noch Pulsuhr an haben. Dadurch fließen diese geleisteten körperlichen Anstrengungen nicht in die Berechnungen für Wochenziel bzw. Wochenvergleiche und Fotschritt mit ein.
    Auf diese Frage hat mir das Polar-Team leider noch keine Antwort gegeben.

Fazit und mein persönliches Testergebnis zur Polar FT80:

Die Polar FT80 ist mit Sicherheit eine tolle Uhr. Nachdem ich als persönliches Ziele weder meine sonstigen Sportarten, noch Vergleiche im Terrain benötige, reichen die Funktionen vollkommen aus. (Ich fahre auf dem Rennrad fast immer die gleichen Strecken ab, so dass ich meine persönlichen Vergleiche ziehen kann) Stören tut mich vor allem aber die lange Einbuchzeit des GPS-Empfängers und die nötige Eingabe für das “1RM” (aktuell habe ich dort einfach die Gewichte eingetragen, mit denen ich pro Satz arbeite). Man kann zwar sich diese Maximallast ausrechnen lassen. Allerdings hatte ich noch nicht die Möglichkeit gehabt die Korrektheit dieser Berechnung zu testen.
Insgesamt muss ich sagen, dass die Uhr in der Oberklasse der Pulsuhren anzusiedeln ist. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich den bezahlten Preis nochmal dafür ausgeben würde. Dafür hat das Gesamtkonzept einfach zu viele Schwächen.


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