Mitarbeites des Konzerns rund um Karstadt und Quelle, die zur Handels- und Touristikkonzerns Arcandor AG gehören, müssen nach der Vorlage des Konsolidierungsprogramms derzeit verstärkt um ihren Job bangen. Aus der Konzernspitze, angeführt von Karl-Gerhard Eick, ist zu hören, dass man sich dabei wieder auf die Kerngeschäfte konzentrieren will. Die dabei weiter unterstützten Geschäftsbereiche werden demnach die profitablen Quelle Technikcenter und Quelle Shops, dem Distanzgeschäft von Primondo (welche aus dem eCommers und dem Katalogversand von Quelle und dem Homeshopping Haus HSE24 besteht), der Karstadt Kette (Karstadt und Karstadt Sport Filialen) und dem Profitcenter aus der Touristik “Thomas Cook”.
Alle weiteren Geschäftsbereiche wie das Online-Versandhaus MyBy, die Premiumhäuser der Karstadt-Kette (KaDeWe, Oberpollinger und Alsterhaus, weitere Filialen von Karstadt (Kiel, Hanau, Kaiserslautern, Hamburg-Billstädt, Bottrop, Leipzig, Ludwigsburg, München am Dom, Karstadt Sports in Recklinghausen) werden dabei in die eigenständige Firma Atrys (Generalbevollmächtigte soll Zvezdana Seeger, die zuvor bei T-Systems für den Bereich Systemintegration zuständig war, sein) ausgelagert. Im Falle von MyBy wird zudem darüber verhandelt, ob der Axel Springer Verlag, welcher dort zu 25,1 beteiligt ist, komplett übernimmt.

Ausschnitte aus der Präsentation von Karl-Gerhard Eick finden Sie auf Youtube.

Das Ziel ist ganz klar die jährlichen Verluste in Höhe von ca. 300 Mio EUR, die derzeit anfallen zu minimieren und so schnell wie möglich grüne Zahlen zu schreiben. Um den Plan der Konsolidierung durchzuführen, soll Eick mit zusätzlichen 900 Mio EUR benötigte Mittel rechnen, die zusätzlich zur Refinanzierung in 2009 anfallen. Um all dies zu stemmen sollen bereits die Verhandlungen mit Versicherern, Lieferanten und Dienstleistern laufen. Selbstverständlich hofft man im Hause Arcandor zusätzlich auf eine Finanzspritze durch den Staat.
Zusätzlich erwartet man sich durch eine Bündelung der Wareneingangsströme in Zukunft weniger Controllingaufwände, niedrigere Einkaufspreise durch erhöhte Einkaufsmengen. Damit sollen in 2-3 Jahren ca. 5% des Einkaufumsatzes (derzeit ca. 7Mrd EUR) eingespart werden. Diesen Bereich soll der ehemalige Geschäftsführer von Takko, Arnold Mattschull, überwachen und leiten.
Insgesamt stehen in diesem Konsolidierungsplan weitere Ziele für die einzelnen Geschäftsbereiche, die alle sehr sportlich sind, so dass neben Sortimentsumstellungen auch jeder Mitarbeiter trotz guter Leistung um seinen Platz bangen muss.
Personal-Maßnahmen der unangenehmeren Art hat Vorstandschef Eick klarerweiße zurück stellen wollen, aber auch nicht dementiert.