Nicht nur, dass die Öffentlichkeit über das Thema ungeschützten Sex diskutiert, schon werden auch Risiken von Spezialisten diskutiert, was nun passiert, wenn die Presse solch einen Fall öffentlich breit tritt.
Eine erste Folge hat das alles schon. Im Laufe des Samstages (2009.04.18) löscht die Süddeutsche Zeitung alle Berichte über den Fall Benaissa auf deren Online-Portal. Voran gegangen ist die Kritik von SZ Chef Prantl an die Bild gegen mit ihren Berichten gegen die Unschuldsvermutung verstoßen zu haben. Die Retourkutsche von Seiten der Bild kam dabei postwendend, so dass die Löschung derArtikel wohl der letzte Ausweg war, um aus dieser Spirale heraus zu kommen. Einzelne noch gecachte Suchergebnisse bei Google zeigen allerdings noch deutlich, dass solche Berichte durchaus vorhaden waren.
Dies ist allerdings mehr oder minder nur die Spitze des Eisbergs. So diskutiert man flächendeckend, ob die Justiz zu hart gegen die Betroffene vorgeht, ob sie dabei voll Schuld war. Zudem starteten bereits diverse TV-Sender Live-Tests mit Lockvogel, ob sich heutzutage Menschen immer noch dazu verleiten lassen auf eine offensichtliches Angebot ohne Kondom einlassen.

Kernaussage dabei ist zudem, dass, wenn man über die eigene Krankheit Bescheid weiß und den Partner darüber nicht informiert auf jeden Fall versuchte schwere Körperverletzung und bei Übertragung des Virus sogar schwere Körperverletzung begeht. Was dazu führen kann, dass sich die Menschen nicht mehr so häufig testen lassen, da man dann ja nicht über die eigene Krankheit Bescheid wissen muss.
Im aktuellen Fall wird der infizierte Kläger derzeit von einem Immunologen untersucht, welcher die “Herkunft” der Viren heraus finden soll. Allerdings stellt sich dort die Frage, inwieweit solch eine Untersuchung zu einem klaren Ergebniss kommen kann. HIV Viren mutieren im Laufe der Jahre in jedem Körper verschieden. Dies passiert schneller und drasitischer, wenn der Betroffene sich behandeln lässt.

Neben der Frage, ob die Mittel und die Justiz zu hart sind, stellt sich also auch die Frage welche Wirkung solch eine öffentliche Jagd auf die Gesellschaft hat.
…das letzte Wort ist demnach sicher noch nicht gesprochen….

Die Staatsanwaltschaft verhaftete Nadja Benaissa wegen gefährlicher Körperverletztung. Obwohl die Sängerin der No Angels Sängerin wusste, dass sie HIV positiv ist, soll Sie in den Jahren 2004 bis 2006 mit 3 Männern ungeschützten Sex gehabt haben ohne Sie vorher über ihre Krankheit zu informieren. Dabei soll sich mindestens ein Mann angesteckt haben. Nachdem die Staatsanwaltschaft einen dringenden Verdacht auf Wiederholungsgefahr sieht, hat sie Nadja Benaissa verhaften lassen. Ausgegangen ist dies von der Anzeige des Mannes, der sich durch den Sex mit Benaissa angesteckt haben soll. Auf Grund der Zeitangaben schließt derzeit der Sprecher des Anklägers aus, dass sich der Mann bei einer anderen Frau hätte anstecken können. Dieser habe Ende 2007 bzw. Anfang 2008 festgestellt, dass er mit einer HIV positiven Frau Sex hatte.
Kurioserweiße wirbt ausgerechnet No Angels Bandkollegin Lucy auf Plaketen mit dem Spruch: “Ich habe AIDS nicht vergessen … Und Du?”
In jeden Fall scheint dies das endgültige Ende der Band No Angels gewesen sein. In Falle eines Strafvollzugs drohen Benaissa bis zu 10 Jahre Haft.