Aus italienischen Quellen wird bereits darüber spekuliert, wann und zu welchen Anteilen der ehemals größter europäische Autohersteller Fiat einen Großteil der General Motors Tochter Opel übernimmt. Der Vorteil sei wohl, dass eine gemeinsame Sanierung von Fiat und Opel als extrem sinnvoll angesehen wird. Die Mailänder Zeitung “Corriere della Sera” spricht dabei von bereits laufenden Verhandlungen von Fiat und dem Vorstand von General Motors
. Ein Zusammenschluss macht aus einigen weiteren Blickwinkeln durchaus Sinn. So besitzt GM bereits 20% Anteile an Fiat und hat zudem die Option vertraglich zugesichert in naher Zukunft die restlichen 80% übernehmen zu dürfen. Damit könnte eine erfolgreiche Sanierung von Opel ein großer Vorteil für den amerikanischen Riesen bedeuten, da diese dann bei Übernahme ein wieder gesundes Unternehmen erhalten. Damit würden alle der unangenehmen Entscheidungen für eine Restrukturierung noch auf den derzeitigen Fiat Chef Agnelli zurück zu führen sein. Zudem scheinen die Opel Banken und deren Rechtsanwälte an so einer Fusion mit zu verdienen, so dass dort ein gesteigertes Interesse an einem Zusammenschluss vorhanden sein dürfte.
Für eine Intensivierung der Gespräche spricht zudem, dass Fiat erst vor kurzem öffentlich versichert hat die Optionen zum Verkauf der Anteile an General Motors nicht vor zu ziehen, sondern aus eigener Kraft wieder grüne Zahlen zu schreiben. Dies wollen die Italiener unter anderem durch die Entlassung von ca. 20% der Mitarbeiter bewerkstelligen. Eine Demonstration tausender Fiat Mitarbeiter hatte bereits am Donnerstag stattgefunden. Dabei wurden  zahlreiche Bahngleise und Autobahnen blockiert. Kritiker behaupten allerdings, dass selbst solch eine Entlassungswelle Fiat nicht retten wird.

Parallel möchte Opel den TurnAround aus eigener Kraft schaffen, da Opel Chef Karl-Peter Forster gerade erst einen Masterplan zur Sanierung seines Unternehmens vorgelegt und die zweite Phase eingeleutet hatte. Unter anderem steht dabei ein geplanter Imagewechsel an, da vor allem die Konkurrenz aus dem europäischem Ausland (Renault, Fiat, Peugeot…) sich im selben Markt tummelt und in den letzten Jahren große Kuchenstücke vom Markt dem Rüsselsheimer weg gerissen haben. Dies ist auch ein Grund, weshalb viele Kritiker und Analysten keinen Vorteil in einer Fusionierung von Fiat und Opel sehen, da dort nicht aktiv Zugang zu zusätzliche Märkte eröffnet werden.
Allerdings stellt der Imagewechsel gerade für Opel eine drastische Hürde dar. So haben Toyota, Audi, oder Renault in den letzten Jahren solch einen Imagewechsel nur mit vielen Millionen geschafft. So waren dort Engagements im Motorsport (vor allem der Formel 1), oder teure Werbekampagnen die Hauptgründe für eine positive Imageentwicklung…Geld, dass der Opel Konzern gerade zu diesen Zeiten nicht zur Verfügung hat. Neben dem Imagewechsel will Opel an modernem Design arbeiten. So haben die Rüsselsheimer bis dato den Omega als Flaggschiff und wohl bekanntestes Produkt vorweisen müssen. Mit dem Isigna wird wohl der nächste Schritt in Richtung massentauglichem Design gemacht.
In jedem Fall hat Forster in den letzten Jahren viel an persönlichem Image gewonnen. So war er doch als ungeliebter Frontenwechseler (er kam von BMW) mit einem übermäßigen Anteil an Selbstdarstellung wahr genommen worden.

In jedem Fall dürfen wir gespannt sein, wie sich die Lage um Opel weiter entwickelt. Im Sinne des Qualitätsmerkmals “Made in Germany” bleibt zu hoffen, dass Opel den TurnArount aus eigener Kraft schafft. Auf Grund der letzten Entwicklungen scheint zumindest die Stimmung im eigenen Werk wieder positiv zu sein und viele glauben an die Machbarkeit in den nächsten 2-3 Jahren.


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